Windpark Uplengen: Bodenerkundungen im Projektgebiet gestartet
Im Gebiet des geplanten Windparks Uplengen beginnen diese Woche geotechnische Bodensondierungen. Die Untersuchungen dienen der technischen Vorbereitung eines möglichen neuen Genehmigungsverfahrens und sollen die Grundlage für weitere Planungen im Projektgebiet schaffen.
Hintergrund der Aktivitäten ist die veränderte Rechtslage vor Ort: Die Fläche des Windparks wurde inzwischen als sogenanntes Beschleunigungsgebiet ausgewiesen. Dadurch besteht die Möglichkeit, ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren einzuleiten, das eine höhere Rechtssicherheit bietet. Zudem könnten Anpassungen am Windparklayout vorgenommen werden. Damit wäre es grundsätzlich möglich, mehr Windenergieanlagen zu beantragen als bislang für den Windpark Uplengen vorgesehen.
„Wir möchten frühzeitig Transparenz schaffen und Irritationen vor Ort vorbeugen, die aufgrund der Aktivitäten im Windpark entstehen könnten“, erläutert Timo Oltmanns, Leiter der Projektentwicklung von ENOVA. „Die aktuellen Bodensondierungen dienen der Auslegung sowie Berechnung der Statik neuer Anlagenstandorte. Sie sind eine eigenständige und rechtlich zulässige Vorbereitung möglicher nächster Schritte, für die wir einen höheren fünfstelligen Betrag investieren.“
Unabhängig von den Untersuchungen im Windpark hält ENOVA weiterhin an dem bestehenden Genehmigungsverfahren fest. So arbeitet der Landkreis Leer derzeit an der Bereinigung letzter formeller Punkte – unter anderem durch eine erneute öffentliche Auslegung, die Anfang Juni gestartet ist. Danach soll erneut ein Antrag auf Wiederinvollzugsetzung der Genehmigung beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gestellt werden. Ziel ist es, den 2024 verhängten Baustopp im Windpark Uplengen aufzuheben, der aus dem Rechtsstreit zwischen dem Landkreis Leer und dem NABU resultiert.
„Wir verfolgen derzeit zwei mögliche Entwicklungswege für das Projekt“, sagt Timo Oltmanns. „Einerseits arbeiten wir daran, die bestehende Genehmigung wieder vollziehbar zu machen. Andererseits prüfen wir die Möglichkeiten, die sich durch die Ausweisung der Fläche als Beschleunigungsgebiet ergeben. Unabhängig davon setzen wir weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung im Dialog mit dem NABU.“
